Radleistung berechnen

Schätze die Radleistung aus der Leistungsangabe des Motors oder rechne von einem Rollenprüfstand zurück auf die Kurbelwelle. Der Verlust im Antriebsstrang ist eine Annahme, also probier ein paar Werte aus.

Leistung und Verlust im Antriebsstrang

%
15 % ist nur ein Startwert, kein gemessener Wert. Der echte Verlust hängt vom Antriebsstrang und vom Prüfstand ab. Gib einen Verlust von 0 bis 60 % ein.
hp
Gib null oder eine positive Zahl ein.
hp
Gib null oder eine positive Zahl ein.

Dieselben Werte bei anderen Verlustannahmen

Nur Schätzwerte. Schon ein Prozentmodell ist eine Vereinfachung: Der echte Verlust hängt von Getriebe, Differenzial, Reifen, Temperaturen und dem Prüfstand ab, und ein Teil davon wächst womöglich gar nicht mit der Leistung.

Motorleistung und Radleistung

Die Leistungsangabe eines Motors wird meist an der Kurbelwelle gemessen, auf einem Motorprüfstand. Ein Rollenprüfstand misst dagegen am Rad, nachdem die Kraft durch Getriebe, Kardanwelle, Differenzial, Antriebswellen und Reifen gegangen ist. Unterwegs geht ein Teil als Reibung und Wärme verloren, deshalb ist die Radleistung immer niedriger als die Motorleistung.

Was die Eingaben bedeuten

  • Verlust im Antriebsstrang: der Anteil der Motorleistung, der nach deiner Annahme vor den Rädern verloren geht. Das ist eine Annahme, keine Messung. Der Standardwert von 15 % ist ein runder Startwert, kein Wert für ein bestimmtes Auto.
  • Motorleistung: die Leistungsangabe des Motors, um abzuschätzen, was ein Rollenprüfstand zeigen könnte.
  • Radleistung: ein Ergebnis vom Rollenprüfstand, um die Motorleistung dahinter abzuschätzen.

Die Formel

Radleistung = Motorleistung × (1 − Verlust ÷ 100) Motorleistung = Radleistung ÷ (1 − Verlust ÷ 100)

Der Weg zurück vom Rad ist eine Division, keine Addition: Bei 15 % Verlust teilst du durch 0,85, und das legt 17,6 % auf den Radwert drauf, nicht 15 %.

Rechenbeispiel

Die Rechnung ist ein reiner Prozentansatz, sie funktioniert also genauso in PS, kW oder hp.

  • Ein Motor mit 400 PS an der Kurbelwelle und angenommenen 15 % Verlust: 400 × 0,85 = 340 PS am Rad. 60 PS gehen nach der Annahme verloren.
  • Ein Auto mit 300 PS auf dem Rollenprüfstand, mit derselben Annahme von 15 %: 300 ÷ 0,85 = 352,9 PS an der Kurbelwelle.
  • Bei 10 % ergeben dieselben 300 PS am Rad 333,3 PS, bei 20 % sind es 375 PS. Die Spanne zeigt, wie stark das Ergebnis von der Annahme abhängt.

Warum der Verlust keine feste Zahl ist

Den einen richtigen Verlust im Antriebsstrang gibt es nicht. Er ändert sich mit der Getriebeart, der Zahl der angetriebenen Achsen, der Temperatur des Getriebeöls, dem Reifendruck und dem Reifen selbst, sogar mit dem Gang, in dem gemessen wird. Auch Rollenprüfstände messen unterschiedlich: Zwei Prüfstände können am selben Tag für dasselbe Auto verschiedene Werte liefern, und viele rechnen mit eigenen Korrekturfaktoren.

Das Prozentmodell ist außerdem eine Vereinfachung. Ein Teil des Verlusts wirkt wie ein fester Widerstand, der nicht mit der Leistung wächst. Ein einzelner Prozentwert kann den Verlust bei einem starken Auto deshalb überschätzen und bei einem schwachen unterschätzen. Nimm das Ergebnis als Schätzwert zum Vergleichen und vergleiche nur Messläufe vom selben Prüfstand unter denselben Bedingungen.

Fragen

Wie rechne ich Motorleistung in Radleistung um?

Multipliziere die Motorleistung mit eins minus Verlust. Bei angenommenen 15 % Verlust werden aus 400 PS an der Kurbelwelle 400 × 0,85 = 340 PS am Rad. Der Prozentwert ist eine Annahme, echte Verluste schwanken.

Wie komme ich vom Prüfstandswert am Rad auf die Motorleistung?

Teile durch eins minus Verlust. 300 PS am Rad bei angenommenen 15 % sind 300 ÷ 0,85 = 352,9 PS. Einfach 15 % draufzurechnen (345 PS) ist ein häufiger Fehler.

Mit welchem Verlust im Antriebsstrang soll ich rechnen?

Den einen richtigen Wert gibt es nicht. Er hängt vom Antriebsstrang, den Reifen und dem Prüfstand ab. Die Tabelle zeigt das Ergebnis von 10 bis 20 %, damit du die Spanne siehst: Aus 300 PS am Rad werden 333,3 bis 375 PS an der Kurbelwelle.

Warum zeigen verschiedene Prüfstände unterschiedliche Radleistung?

Prüfstände messen auf unterschiedliche Weise und rechnen mit unterschiedlichen Korrekturfaktoren. Das Ergebnis ändert sich auch mit Temperatur, Reifendruck und der Art, wie das Auto verzurrt ist. Vergleiche Messläufe vom selben Prüfstand.

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